Künstliche Intelligenz (KI): Der Mittelstand könnte zur Talentschmiede für Konzern-Führungskräfte werden

Untersuchung der Stanford-Universität (2025) erwarten Unternehmen, dass sich bis 2027 rund ein Viertel aller Arbeitsplätze strukturell verändern wird; ein signifikanter Teil der befragten Unternehmen rechnet dabei mit einem Abbau bestimmter Funktionen durch Automatisierung.

"Wir sehen ein ganz interessantes Zerrbild. Unternehmen wollen kurz- und mittelfristig von künstlicher Intelligenz profitieren. Gerade große Konzerne haben eher die Mittel, KI so in die Wertschöpfung des Unternehmens einzubeziehen, dass für bestimmte Tätigkeiten vor allem in Einstiegsbereichen menschliche Arbeitskraft einfach weniger benötigt wird“, sagt Florian Kreuzwirth, Managing Director Executive Search bei Robert Half. Gleichzeitig profitierten im Gegenzug hochqualifizierte Fach- und Spezialistenrollen überproportional von der Digitalisierung. Insbesondere Positionen mit analytischer, strategischer oder technologischer Kompetenz gewinnen an Bedeutung. Der Effekt: Die Spreizung zwischen hochqualifizierten Tätigkeiten und standardisierten Einstiegsaufgaben nehme zu, fährt Kreuzwirth fort.

--> Konzerne setzen zunehmend auf Automatisierung, KI-gestützte Prozesse und datenbasierte Entscheidungsstrukturen. Ziel ist es, Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und Produktivität zu erhöhen. Diese Entwicklung verändert jedoch nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch die Struktur des Arbeitsmarkts – insbesondere im Bereich der Einstiegspositionen.

Erste Studien zeigen, dass standardisierbare Tätigkeiten, häufig typische Aufgaben von Berufseinsteigern, besonders stark von Automatisierung betroffen sind. Dies sind beispielsweise administrative Routinen, einfache Analysen oder Dokumentationsaufgaben. Laut einer Untersuchung der Stanford-Universität (2025) erwarten Unternehmen, dass sich bis 2027 rund ein Viertel aller Arbeitsplätze strukturell verändern wird; ein signifikanter Teil der befragten Unternehmen rechnet dabei mit einem Abbau bestimmter Funktionen durch Automatisierung.

"Wir sehen ein ganz interessantes Zerrbild. Unternehmen wollen kurz- und mittelfristig von künstlicher Intelligenz profitieren. Gerade große Konzerne haben eher die Mittel, KI so in die Wertschöpfung des Unternehmens einzubeziehen, dass für bestimmte Tätigkeiten vor allem in Einstiegsbereichen menschliche Arbeitskraft einfach weniger benötigt wird“, sagt Florian Kreuzwirth, Managing Director Executive Search bei Robert Half. Gleichzeitig profitierten im Gegenzug hochqualifizierte Fach- und Spezialistenrollen überproportional von der Digitalisierung. Insbesondere Positionen mit analytischer, strategischer oder technologischer Kompetenz gewinnen an Bedeutung. Der Effekt: Die Spreizung zwischen hochqualifizierten Tätigkeiten und standardisierten Einstiegsaufgaben nehme zu, fährt Kreuzwirth fort.


Die Langzeitfolgen dieser Entwicklung seien schwer abschätzbar, erklärt Kreuzwirth. Klassische Einstiegsrollen dienten als Lern- und Entwicklungsplattform für zukünftige Führungskräfte. Wenn diese Trainingsfelder in Konzernen durch Automatisierung schrumpfen, könnten mittelständische Unternehmen, insbesondere solche mit stärker operativem, weniger digitalisiertem Geschäftsmodell, verstärkt zur praktischen Ausbildungsstätte werden. "Der Mittelstand in Deutschland setzt traditionell stark auf Learning-by-Doing und unmittelbare Verantwortung im Tagesgeschäft. Gleichzeitig investieren große Konzerne massiv in Prozessoptimierung und Effizienzprogramme. Sollte dort die langfristige Nachwuchs- und Nachfolgeplanung gegenüber kurzfristiger Produktivitätssteigerung in den Hintergrund treten, könnte sich ein strukturelles Ungleichgewicht entwickeln: Mittelständler bilden Talente aus, Konzerne rekrutieren sie später mit attraktiveren Entwicklungsperspektiven", sagt Kreuzwirth zur Entwicklung.

"Dieser anhaltende Brain-Drain im Mittelstand kann zu einem echten Wettbewerbsnachteil werden. Das ist vergleichbar wie im Fußball. Sie halten sich jahrelang in der ersten Liga, es kommen immer neue Talente hoch und gehen dann in einem relativ kurzen Zeitrahmen zu einer der Top-4-Mannschaften der Liga", sagt Kreuzwirth, Managing Director Executive Search bei Robert Half. Es sei jedoch auf Konzernseite auch nicht klar, ob die Führungskräfte aus dem KMU-Umfeld auch in der neuen Umgebung funktionieren. "Nur weil sie ein KMU erfolgreich mitgestaltet haben, heißt das nicht, dass diese Führungskräfte in einem Konzernumfeld auch funktionieren könnten. Es gibt mehr Prozessschleifen, mehr Stakeholder, mehr Mitsprache. Die Art der Gestaltung ist unter Umständen eine ganz andere."

Der Experte rät Konzernen und mittelständischen Unternehmen dazu, genaue Karrierewege für Berufseinsteiger zu entwerfen und zu prüfen, wie diese im Unternehmen zu Führungspersönlichkeiten heranreifen könnten, wenn die eigentlichen Aufgaben immer stärker automatisiert würde.


Erstellt von (Name) S.P. am 25.03.2026
Geändert: 25.03.2026 15:11:52
Autor:  S. P.
Quelle:  Robert Half Deutschland
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Leo Wolfert
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