
Arbeitnehmer haben für 2026 eine ganz klare Vorstellung davon, was sie von ihren Arbeitgebern erwarten. Neben Stabilität wollen sie Flexibilität und neue
Vergütungsmodelle. Die Arbeitgeber fordern im Gegenzug neue
Fähigkeiten ein. Das geht aus der Gehaltsübersicht 2026 des Personaldienstleistungsunternehmens Robert Half hervor.
1. Beschäftigte verlangen Stabilität und Flexibilität und erwarten klare Vorteile
Beschäftigte suchen Sicherheit im Jobkontext, wollen aber gleichzeitig moderne, anpassbare Arbeitsmodelle.
Weiterbildung und
Flexibilität gehören heute zu den wichtigsten Entscheidungskriterien. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 60 Prozent der Fachkräfte Weiterbildung als unverzichtbaren Bestandteil ihres Vergütungspakets sehen und 71 Prozent flexible Arbeitsmodelle fordern. Unternehmen, die die finanzielle Stabilität mit Entwicklungschancen verbinden, positionieren sich im Wettbewerb deutlich besser.
2. Vergütung wird vielfältiger: Boni und Zusatzleistungen gewinnen an Bedeutung
Moderne Vergütungsmodelle halten Einzug bei den Unternehmen. Neben der klassischen Gehaltserhöhung bieten Unternehmen Fachkräften entsprechend variable Vergütungsmodelle an. Bereits 78 Prozent der befragten Arbeitnehmer sehen Boni oder Provisionen als zentralen Bestandteil der Gesamtvergütung an, bereits heute beziehen 61 Prozent bis zu 15 Prozent ihres Gesamteinkommens aus
variablen Komponenten. Ferner sind Corporate Benefits interessant für die Arbeitnehmer. Immer wichtiger werden attraktive Angebote zu
Gesundheitsprogrammen.
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3. Skills werden zur neuen Währung: Digitale und KI-Kompetenzen dominieren
Unternehmen zahlen deutlich mehr, wenn Bewerber über
spezielle Fähigkeiten verfügen. 69 Prozent der Arbeitgeber erhöhen ihre Vergütungsbereitschaft bei Spezialwissen spürbar. Im Finanzbereich zahlen 68 Prozent der Verantwortlichen höhere Gehälter, wenn Kandidaten über digitale oder
KI-bezogene Kompetenzen verfügen. Im IT-Bereich sehen die Entwicklungen ähnlich aus: 76 Prozent der IT-Verantwortlichen honorieren Cybersecurity-, Cloud- oder Machine-Learning-Expertise mit höheren Gehältern. Dass diese Kompetenzen den Marktwert massiv steigern, zeigt ein Blick in die Gehaltsdaten. Ein Machine Learning Engineer verdient zwischen 50.000 und 87.000 Euro, ein KI-Entwickler zwischen 55.250 und 92.000 Euro jährlich.
4. Arbeitnehmer erwarten die beste Gehaltsentwicklung beim bisherigen Arbeitgeber
Daten aus der Gehaltsübersicht 2026 von Robert Half zeigen, dass 66 Prozent der Fachkräfte das größte Gehaltspotenzial aktuell beim
bestehenden Arbeitgeber sehen. Das unterstreicht die Bedeutung interner Entwicklungspfade, transparenter Kommunikation und einer Kultur, die Wertschätzung und Wachstum ermöglicht.
Führung wird zur strategischen Ressource im Kampf um Fachkräfte.
5. KI verändert Aufgabenprofile und Gehälter: Seltene Kompetenzen treiben die Nachfrage
Der
technologische Wandel erfasst nahezu alle Berufsgruppen. KI, Prozessautomatisierung und Datenanalyse werden zu zentralen Erfolgsfaktoren. In der Banken- und Finanzdienstleistungsbranche zahlen 72 Prozent der Unternehmen höhere Gehälter für KI-Kompetenzen, regulatorisches Know-how oder Analysefähigkeiten. Auch im kaufmännischen Bereich steigt die Nachfrage nach
digitaler Kompetenz spürbar. 59 Prozent der Arbeitgeber zahlen mehr, wenn Bewerbende KI-Basiskenntnisse oder digitale Skills mitbringen. Durch diese Verschiebungen entstehen neue Rollen, während bestehende Tätigkeiten sich stark verändern. Wer die digitale Entwicklung aktiv mitgeht, verbessert seine Verhandlungsposition deutlich.
Stephan Megow, Regional Managing Director bei Robert Half Region Nord-West, betont: "Arbeitgeber sollten Vergütung als
strategisches Gesamtpaket verstehen, bestehend aus Gehalt, variablen Anteilen, Weiterbildung und moderner Arbeitsorganisation. Besonders entscheidend ist, Führungskräfte stärker in Entwicklung und Bindung einzubeziehen. Beschäftigte profitieren, wenn sie gezielt in digitale Fähigkeiten und KI-Kenntnisse investieren und sich auf Rollen vorbereiten, die durch technologische Entwicklungen entstehen. Für 2026 zeigt der Arbeitsmarkt klar, dass Skills die Währung für Arbeitnehmer sind. Wir erwarten die Ausweitung
moderner Vergütungsmodelle, die die Arbeitgeberattraktivität steigern sollen. Unternehmen, die entsprechende Angebote schaffen, sorgen für nachhaltiges Vertrauen in der Belegschaft und bei potenziellen neuen Mitarbeitern."
Über die Robert-Half-Gehaltsübersicht
Die Gehaltsübersicht 2026 von Robert Half führt mehr als 160 Gehälter zu Positionen in ausgewählten Bereichen. Die Erkenntnisse der Gehaltsübersicht 2026 basieren auf einer Online-Befragung, die von Robert Half entwickelt und von einem unabhängigen Forschungsinstitut unter
1.500 Befragten im Zeitraum zwischen Juni und Juli 2025 durchgeführt wurde. Aufgeschlüsselt sind die 500 Arbeitgeber mit Einstellungsverantwortung in ihren Unternehmen sowie 1.000 Mitarbeiter aus den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, dem IT-Bereich, aus dem kaufmännischen Bereich Legal sowie Banken und Finanzdienstleistungen. Die Befragten stammen aus einer Stichprobe von kleinen und mittleren Unternehmen (
KMU) und großen Organisationen aus dem öffentlichen Sektor, privaten und börsennotierten Unternehmen in ganz Deutschland.
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Erstellt von (Name) S.P. am 29.01.2026
Geändert: 29.01.2026 12:16:15
Autor:
S. P.
Quelle:
Robert Half Deutschland
Bild:
Bildagentur PantherMedia / Markus Mainka
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